Dienstag, 22. Juni 2010 Autor: Tim Schütz
Während unser Verein auf der Suche nach eigenen Räumlichkeiten für entsprechende Kulturveranstaltungen ist, haben andere damit zu kämpfen ihre etablierten Strukturen aufrecht zu erhalten.
Dieses Schicksal hat nun auch das das Kulturkombinat Kamp in Bielefeld getroffen, die zum Jahresbeginn 2011 ihre Räumlichkeiten und damit auch ihre Möglichkeit unkommerzielle Kultur zu betreiben, verlieren.
Wir bitten euch daher das Kamp zu unterstützen und die Onlinepetition zu unterzeichnen, um ein Zeichen für ein alternatives Kulturangebot in OWL zu setzen.
Nach dem Klick könnt ihr die gesamte Pressemitteilung lesen, weitere Infos auf www.jz-kamp.de
Ein Schock für die Bielefelder Kulturlandschaft,
Kulturkombinat Kamp e.V. verliert das Kamp !
Am 11.06.2010 wurde dem
Kulturkombinat Kamp e.V. - seitens der
Geschäftsführung der Falken Bielefeld überraschend mitgeteilt, dass der
Nutzungsvertrag über den 31.12.2010 hinaus, nicht weiter verlängert
wird. Außerdem
wurde uns signalisiert, dass es ab dem 01.01.2011 so gut wie
keine
Jugendkulturveranstaltungen mehr im Kamp geben soll.
Grund hierfür soll sein, dass
die Kita Krümelmonster e.V. im Haus ausgebaut werden soll und die
Absicht
besteht die Öffnungszeiten der offenen Jugend und Kinderarbeit zu
erweitern und
noch mehr ins Wochenende zu verlagern. Unserer Meinung nach lassen sich
die
unterschiedlichen Ansprüche der verschiedenen Bereiche koordinieren, in
den
letzten 10 Jahren hat das sehr gut funktioniert. Die Falken sehen das
anders!
Wir werden uns auf jeden Fall
nicht an einer Auseinandersetzung Kindertagesstätte vs. Jugendkultur
beteiligen. Wir halten die Bereitstellung von genügend
Kindertagesplätzen für
eine der wichtigsten und drängendsten gesellschaftspolitischen Fragen.
Die Entscheidung uns aus dem Haus zu werfen ist eine ordentliche Backpfeife für die Jugendkultur in Bielefeld seitens der Falken! Jene die diese Entscheidung getroffen haben, haben offensichtlich weder einen Gedanken daran verschwendet, sich mit uns an einen Tisch zu setzen und eventuelle Lösungen auszuarbeiten, noch scheinen sie darüber nachgedacht zu haben, ob man uns adäquate Räumlichkeiten bieten kann. Wir hoffen sehr, dass die politischen Entscheidungsträger dieses Versäumnis nachholen, und ihr in der Presse gegebenes Versprechen halten und uns bei der Suche nach neuen, adäquaten Räumlichkeiten behilflich sein werden. Wir werden ganz genau hinsehen, ob diese Versprechen wirklich ernst gemeint sind!
Wir sind Fassungslos aber sicher nicht Sprachlos.
Vorweg: Da wir im Gegensatz zu den Falken innerhalb wesentlich flacherer Hierarchien arbeiten, hat es einige Tage gedauert, bis wir auf die jüngsten Entwicklungen reagieren konnten. In dieser Sache bitten wir um Verständnis. Wir mussten uns erst mal sammeln.
Vorweg: Wir, das Kulturkombinat Kamp e.V. sind ein unabhängiger Kulturverein, der als unabhängiger Veranstalter seit 10 Jahren 99% aller Konzerte, Lesungen, Partys, Events und Theatervorstellungen im Kamp veranstaltet. Unser Vermieter sind die Falken S.J.D. Die machen Kinder und Jugendarbeit im Kamp.
UM ES ALLEN DIE ES IMMER NOCH NICHT GECHECKT HABEN NOCH EINMAL DEUTLICH
ZU MACHEN: DIE KULTURARBEIT IM KAMP, DIE KONZERTE, PARTYS, LESUNGEN,
THEATERVORSTELLUNGEN, UND EVENTS, WURDEN UND WERDEN IMMER NOCH, VOM
KULTURKOMBINAT KAMP e.V. VERANSTALTET; NICHT VON DEN FALKEN!!!
Mit der Kündigung des Vertrages fallen rund 100 Veranstaltungen im Jahr Ersatzlos weg.
Ein Schock für die
Bielefelder
Kulturlandschaft,
Kulturkombinat Kamp e.V. verliert das Kamp !
Wir sind heftig enttäuscht...
l ..., dass erfolgreiche, jugendkulturelle Arbeit, welche auf externe Mittel verzichtet, nicht die nötige Wertschätzung erhält.
l ..., dass mit der Zerstörung dieser wichtigen Komponente einer vernünftigen Jugendarbeit, die rücksichtslose Vernichtung einer wichtigen Säule der Bielefelder Kulturlandschaft mit bundesweiter und internationaler Anerkennung scheinbar geduldet wird.
l ..., dass der Ostwestfälischen Jugendszene/Studentenszene die Möglichkeit genommen wird, sich auszuprobieren und kulturell zu entfalten.
l ..., dass der ostwestfälischen Musikszene massiv ihre Entfaltungsmöglichkeiten genommen wird.
l ..., dass 3 Festangestellte und zwei Auszubildende ihre Arbeitsplätze, zahlreiche Studenten/-innen und Schüler/-innen ihre Nebentätigkeit und viele ehrenamtliche Helfer ihr Tätigkeitsfeld verlieren.
l ..., dass zahlreiche Techniker und Unternehmen in Bielefeld Aufträge verlieren werden.
l ...über die Art und Weise wie uns diese Nachricht übermittelt wurde
Letztlich ärgern wir uns sehr,
dass ein jugendkultureller Veranstaltungsort schließen soll, in dem
Bands wie
die Sportfreunde Stiller, die Beatsteaks, Samy Deluxe, Katzenjammer,
Panteon
Roccoco, The Weakerthans, Gisbert zu Knyphausen, Eläkeläiset, Shantel,
Moneybrother, Jagga Jazzist, Looptroop Rockers, Dota & die
Stadtpiraten,
Egotronic, Funny van Dannen und so viele mehr live zu sehen waren. Zu
DJ-Größen
wie Nightmares on Wax, Rockers Hi-Fi, Sofa Surfers, Frank Popp,
Phoneheads,
Mojo-Club, Silly Walks, Erobique, Trüby Trio, Loo & Placido,
Coldcut und Dj
Soulrabbi getanzt wurde und Literaten wie Max Gold, Wiglaf Droste,
Harry
Rowohlt, Jan Weiler, Selim Özdogan, Thomas Gsella, Martin Sonneborn
oder
Mischa-Sarim Verollet zugehört werden konnte.
Besonders ärgert es uns auch, dass zahllose regionale Künstler/-innen (bspw. das Improvisationstheater „Die Stereotypen“) wieder einen Raum verlieren, wo sie sich entfalten und entwickeln konnten.
Wenn die politischen Entscheidungsträger nicht wollen, dass Jugendkultur in Bielefeld in Zukunft ausschließlich unter kommerziellen Gesichtspunkten gestaltet wird, in Zukunft Popkultur nur noch aus Flatratesaufen und Metertrinken bestehen soll und wenn die politischen Entscheidungsträger außerdem nicht wollen, dass gerade die von der Wirtschaftskrise besonders betroffenen Jugendlichen in Bielefeld, also Studenten, Schüler, junge Auszubildende, junge Arbeitslose, und prekär Beschäftigte von der Partizipation an Kultur ausgeschlossen werden, müssen sie eine deutliche Willensbekundung zugunsten der Kulturarbeit des Kulturkombinat Kamp e.V. leisten.
Wir wurden in letzter Zeit immer wieder gefragt, wo dann die Jugend denn in Zukunft feiern, und sich kreativ austoben soll. Noch haben wir keine Antwort auf diese Frage. Möglich wären Jahnplatz, McDonalds, die Tüte am Bahnhof, diverse Spielplätze und Vorgärten!
Im Ernst jetzt:
Wir fordern von den Entscheidungsträgern, dass Sie uns Wege und Möglichkeiten aufzeigen, unsere langjährige erfolgreiche Jugendkulturarbeit weiterzuführen und uns bei der Suche einer adäquaten Ersatzimmobilie zu unterstützen.
Mehr Informationen erhaltet Ihr
via: www.jz-kamp.de
Wenn ihr
eure Meinung zu dieser
finsteren Entwicklung abgeben wollt, könnt ihr das hier im Forum der
NW, wo die
Diskussion schon tobt:
http://www.nwnews.de/lokale_news/bielefeld/bielefeld/3596439_Mehr_fuer_Kinder_und_Jugendliche_im_JZ_Kamp.html
Wir
würden uns auch freuen, wenn
ihr euch mit uns auf Facebook befreunden würdet, und auch da euren
Unmut, oder
Eure Solidarität bezeugt:
http://www.facebook.com/home.php?#!/profile.php?id=1841777761&ref=ts
Jetzt geht es darum in unser aller Interesse ordentlich Druck zu machen. Werdet kreativ. Wir brauchen Eure Unterstützung, Eure Stimme, Euren Rat.
Im Laufe des Tages wird eine Onlinepetition auf www.jz-kamp.de erscheinen, und wir würden uns sehr freuen, wenn ihr dort unten gestellte Forderung unterschreibt:
FÜR
UNKOMMERZIELLE JUGEND-
UND SUBKULTUR IN BIELEFELD!
WIR FORDERN: NEUE RÄUME FÜR DAS KULTURKOMBINAT KAMP E.V.
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